Siebenherz Hilft

    Die leibliche Mutter & Adoptierte

    Die Folgeerscheinung dieser Scham ist Angst.

    Angst, davor

    - dem Kind erzählen zu müssen, was damals wirklich passiert ist.

    - dem Kind ihre eigene Version der Geschehnisse glaubhaft machen zu müssen,
      wenn dem Kind von der Adoptivfamilie oder vom Jugendamt die damalige Situation völlig
      anders geschildert wurde.

    - auf Unverständnis bei dem Kind zu treffen, was die damalige Situation und/oder die
      Beweggründe für das Handeln der Mutter betrifft.

    - auf Ablehnung bei dem Kind zu stoßen, nachdem die Mutter dem Kind ihre damalige
      Lage geschildert hat.

    Der prekärste Angstpunkt dieser Mütter aber ist folgender:
    Stellen Sie sich bitte diese Situation vor.

    Sie wollen, ohne oder mit wenigen Vorkenntnissen zu der damaligen Situation, zu Ihrer Mutter gehen.
    Nach langem Überlegen stimmt Ihre Mutter einem Wiedersehen zu.
    Wenn Sie sich dann gegenüber sitzen, erzählt sie Ihnen, was damals passiert ist.
    Sie sind entweder schockiert oder haben für die Beweggründe Ihrer Mutter keinerlei Verständnis und brechen die Beziehung ab.

    Damit hat sie Ihre Mutter ein 2. Mal verloren!!!

    Fast alle Mütter die ihr Kind auf eine ungerechtfertigte Art und Weise verlieren und das ist völlig unabhängig davon wie die damalige Situation aussah, sterben in diesem Moment einen seelischen Tod.

    Das oder die Kinder dann ein 2. Mal zu verlieren verkraften sie nicht.
    Ich kenne Mütter die daraufhin Selbstmord begangen haben.

    Die meisten Mütter wissen aber im Vorfeld, das sie es niemals verkraften könnten das Kind ein 2. Mal zu verlieren und lehnen deshalb eine Kontaktaufnahme ab.
    Glauben Sie mir – die Seele Ihrer Mutter weint – wenn Sie Ihnen mitteilen lässt, dass sie keinen Kontakt zu Ihnen wünscht.

    Das ist kein Egoismus Ihrer Mutter oder etwa deshalb, weil sie Sie vielleicht nicht liebt oder nie geliebt hat. Nein, das ist reiner Selbstschutz. Um nicht im Nachhinein noch an den Geschehnissen kaputt zu gehen.
    Versuchen Sie bitte, egal welche Entscheidung Ihre Mutter trifft, Verständnis für sie auf zu bringen. Vielleicht kommt doch noch der Tag, an dem sich Ihre Mutter es anders überlegt und Sie doch noch sehen will.
    Weil sie dann vielleicht die Kraft hat auch eine Ablehnung durch Sie zu verkraften.
    Eva Siebenherz

    Jedes Schicksal ist Einzigartig! - Deshalb Respekt!

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